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VENLAFAXIN




Venlafaxin, der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), wird als Antidepressivum angewendet.
Wirkung:
Die Rücknahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptischen Vesikel an speziellen Synapsen im Gehirn wird von Venlafaxin verringert. Die somit entstandene erhöhte Anzahl der Neurotransmitter im synaptischen Spalt mindert depressive Symptome. Die Muttersubstanz Venlafaxin (ohne Metaboliten) hat eine geringe dopaminerge Aktivität.
In der Leber wird Venlafaxin in Metaboliten O-Desmethyl-Venlafaxin und N-Desmethyl-Venlafaxin verarbeitet, die Wirkung des Medikaments kann sich ausbreiten und wird dann über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden.
Maßnahmen:
Venlafaxin hilft bei Depressionen. Bei Angsterkrankungen gibt es die Retardformulierung in Deutschland. Venlafaxin ist auch zur Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe depressiver Erkrankungen zugelassen.
Risiken und Nebenwirkungen:
Anfangs sind oft Magen-Darm-Beschwerden mit steigernder Unruhe und diffusen Angstzuständen zu beobachten. Psychotische Reaktionen entstehen, hohe (Nacht-)Schweißbildung, häufiges Wasserlassen, Blutdruckerhöhung und Herzbeschwerden treten auf, wie auch Übelkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Erbrechen, Schwindel, Zittern, Schlaflosigkeit, Zähneknirschen, Nervosität und Sehstörungen sind häufig, wie auch sexuelle Funktionsstörungen und Gewichtszu- bzw. abnahme. Daher Achtung! Der Straßenverkehr und das bedienen von Maschinen sollte in dieser Zeit der Medikamenteneinnahme gemieden werden, da das Reaktionsvermögen arg eingeschränkt ist, vor allem in Verbindung mit Alkohol. Schwere Absetzerscheinungen können bei Venlafaxin sichtbar werden, wie z.B. stromschlagartige Missempfindungen. Dabei gilt: Je schneller das Absetzen durchgeführt wird, desto größer werden die Nebenwirkungen. Daher vorsichtig ein- bzw. ausschleichend dosieren.
Suizidalität:
Venlafaxin erhöht bei unter 25jährigen Anwendern die Suizidalität (Selbstmordneigung) im Vergleich zum Scheinmedikament (Plazebo) um den Faktor 5.

Bei erhöhtem Augeninnendruck, gleichzeitiger Medikamenteneinnahme gegen Depressionen (MAO-Hemmer), bei Patienten mit Krampfanfällen, bei schwerer Leber-, Herz- und Nierenerkrankung, in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern und Jugendlichen ist von der Gabe des Medikamentes abzuraten.
Venlafaxin kann andere Medikamente (bzw. die Medikamente auch Venlafaxin) positiv oder negativ beeinflussen. Ein Arzt sollte die möglichen Kombinationen von Arzneimitteln überprüfen.